Der Vortrag fand im Rahmen des Ausstellungsprojektes „wohnen³ bezahlbar. besser. bauen. Architektonische Lösungen und künstlerische Interventionen“ statt – ein Ausstellungsprojekt des Hafenmuseums Speicher XI, des b.zb Bremer Zentrums für Baukultur und des Mariann Steegmann Instituts. Kunst & Gender / Forschungsfeld wohnen+/–ausstellen.

Dienstag, 18. Januar 2022
18:00 Uhr

Diese Veranstaltung fand online statt.

Wohngrenzen
Politiken von Bewohnen und Un/ Sichtbarkeit
Irene Nierhaus, Wien / Bremen

Sichtbarkeit von Wohnen wird oft mit Bildern von Möbeln, Wohnräumen oder Familiengeschichten assoziiert. Als Konsum- und Privatwelten tendieren sie zu Vorstellungen von Wohnen als ‚glücklichem Raum‘ (Bachelard), hinter dem das Prekäre wie auch das Bedingungslose des öffentlich angestrebten, wohlgeordneten Lebens zurückbleibt. Das Verhältnis von Bewohnen und Un/Sichtbarkeit wird auf zwei, letztlich nicht trennbaren Ebenen thematisiert: An Integration und Sichtbarkeit, so in der bevölkerungspolitischen Fixierung der sozialen Klassen, Gruppen und Geschlechter im Wohnen. Und an der Ausgrenzung und Unsichtbarkeit des Prekären, wie den Gefährdungen im Privatraum, dem Wohnen in Obdachlosigkeit, Migration oder bei Zerstörung durch Naturkatastrophen und Kriege.

Irene NierhausIrene Nierhaus war bis 2021 Professorin für Kunstwissenschaft und ästhetische Theorie an der Universität Bremen. Sie begründete das Forschungsfeld wohnen+/−ausstellen und die gleichnamige Schriftenreihe, sowie das Mariann Steegmann Institut. Kunst & Gender mit Kathrin Heinz. Beirat der FKW//Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur. Mitglied des Wohnprojektes Gleis 21 Wien. Forschungen zu Beziehungen zwischen Kunst, Architektur und bildnerischen Medien, dabei Fokus auf Geschichte, Gesellschaftspolitik und dem Konzeptiven insbesondere des Wohnens in verschiedenen Formaten des Visuellen. Publikationen in der Schriftenreihe wohnen+/−ausstellen, bei transcript Bielefeld: Wohnen Zeigen. Modelle und Akteure des Wohnens in Architektur und visueller Kultur, hg. mit Andreas Nierhaus 2014; Matratze/Matrize. Möblierung von Subjekt und Gesellschaft. Konzepte in Kunst und Architektur, hg. mit Kathrin Heinz 2016; Unbehaust Wohnen. Konflikthafte Räume. Kunst – Architektur – Visuelle Kultur, hg. mit Kathrin Heinz 2020.

mariann-steegmann-institut.de
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