Die Europäische Mobilitätswoche (EMW) 2022

Synergien nutzen – Metropolregion aktivierenLogo bzb sw

Anfang März dieses Jahres traf sich der Verein Autofreier StadTraum Bremen e.V. zu einem Workshop Netzwerkpartner mit rund 20 Interessierte im Presse-Club zum Thema: Auf in die Zukunft! Wie können wir mit Blick auf die Europäische Mobilitätswoche noch wertschätzender und wertschöpfender miteinander arbeiten? Mit von der Partie waren neben den unterschiedlichsten Teilnehmenden aus Bremen, Bremerhaven und Lilienthal, politischen Vertretern, BUND, ADFC, AAA, ateneKom, ZZZ, Autofreier StadtTraum e. V. und Ehrenamtlichen auch das Bremer Zentrum für Baukultur (b.zb).

Thema waren dabei die im Fokus stehenden essenziellen Punkte im Zusammenhang mit der in diesem Jahr stattfindenden Europäischen Mobilitätswoche in Bremen. Ein genauerer Blick fällt diesbezüglich auf die Pendelnden. Bremens Vorbildfunktion als Multiplikator von Mobilitätsideen könnte an dieser Stelle greifen, wenn es Lösungsansätze für die Pendelnden aus den Nachbargemeinden nach Bremen, immerhin 150.000 täglich, geben könnte. Wie können Angebote für eine Reduzierung des Verkehrs, für eine bessere Lebensqualität aussehen? Bereits fester Bestandteil der Überlegungen ist die Organisation eines autofreien Schultages; d.h. Elterntaxis zurückfahren und Kinder hin zu einem selbständig zurückgelegten Schulweg motivieren.

Weitere Betrachtungen wurden im Zusammenhang einer sinnvollen Finanzierung und Kooperation zwischen der Verwaltung mit öffentlichen Organisationen, Unternehmen und Bürger:innen erörtert, damit nachhaltige Mobilität gewährleistet werden kann. Zukunftsfähigkeit kann nur einschließen, mit einem (festen) Budget für die Mobilitätswoche arbeiten zu können. Dabei wäre eine Förderung für weitere in diesem Kontext stattfindenden Veranstaltungen auch außerhalb der festgeschriebenen Zeit erstrebenswert.

Schließlich wurde der Gedanke aufgegriffen, sich nicht lediglich auf die Zukunft der Mobilität zu fokussieren, sondern auch regional andere Synergien zu nutzen. In Anbetracht weiterer nicht weniger schwerwiegenden Problemlagen, ist es ratsam, andere ökologische Ziele und Bausteine der Nachhaltigkeit mit dem Thema der Mobilität zu verknüpfen und etwa andere Formate wie die Nachhaltigkeitswochen (18.09. bis 08.10.) mit aufzugreifen „und im ganzheitlichen Ansatz Menschen zu bewegen, achtsamer mit Ressourcen und Mitmenschen umzugehen“.

Kleiner Blick zurück - was bisher geschah

Die EUROPÄISCHE MOBILITÄTSWOCHE findet jedes Jahr vom 16.-22. September statt. So auch 2022. Initiiert durch die Europäische Kommission, können seit 2002 alle europäischen Kommunen ihren Bürgerinnen und Bürgern, Möglichkeiten nachhaltiger Mobilität nahebringen; sei es durch Ausprobieren innovativer Verkehrslösungen oder cleverer Umnutzung bestehender Verkehrssysteme und Infrastrukturen. Ziel ist es, kreative Ideen für eine nachhaltige Mobilität zu entwickeln und mehr Klimaschutz im Verkehr zu fördern. Erinnern wir uns an das vergangene Jahr. Der Verein Autofreier StadTraum Bremen e.V. stellte das Programm 2021 für die Europäischen Mobilitätswoche in Bremen vor: Öffentliche Räume sollten derart umgestaltet werden, um die Stadt, gerade für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen, wieder attraktiv werden zu lassen. Insgesamt waren 18 Veranstaltungen, trotz Corona, geplant. Neben Infoveranstaltungen, gemeinsamen (Rad-) Ausflügen und Filmvorführungen gab es genauso einen sog. „Parking Day“, einen Tag, an dem öffentlicher Parkraum einfallsreich und umweltgerecht umgenutzt wurde. Darüber hinaus waren es die vielen Gesprächsrunden, beispielsweise die Diskussion in der Markthalle 8, über die Funktion und Gestaltung von öffentlichen Räumen unter der Prämisse einer autofreien City, die diese Mobilitätswoche so erfolgreich werden ließ. Durch die breite Fächerung der Aktionen über den Bremer Stadtraum, es gab sogar eine Veranstaltungsort in Woltmershausen, wurde ein breites Publikum angesprochen und diese Einbeziehung der Bürger in einen möglichen Prozess der Umstrukturierung ist sehr wichtig, um „Stadt neu denken“ zu können.

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